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Wie E-Kommerz so rapide wachsen kann

Das Internet ist die größte "Informations-Maschine" der Welt. Ein Unternehmen, das von Jahr zu Jahr um sagen wir 10% wächst, gilt traditionell als überdurchschnittlich. Betriebe, die darüber hinausgehende Steigerungsraten erzielen, gelten als sensationell. Zweistellige Wachstumsraten - jeden Monat - sind auf dem Internet die Norm. So lag die Zahl der neu auf's Internet gekommenen amerikanischen Unternehmen [Domain-Namen-Registrierungen] am 15. Januar 1997 bei über 6,000.  Die Zahl der am gleichen Tag erstmals veröffentlichten Web-Sites in England lag bei über 2,000. Die Zahl der Zugriffe auf einer professionellen Site stieg im Januar um 20% je 2 Wochen, und dieser Trend wird Monat für Monat erlebt. Das einzige Absacken der Zahlen erfolgt in den zwei Wochen vor Weihnachten, Zugriffe gehen dann um etwa 30% zurück. Aber schon am 25. Dezember steigen diese Zahlen wieder. Experten gehen davon aus, daß diese Entwicklung noch über Jahre hinweg anhält... so lange, bis ein Großteil der Bevölkerung - in aller Welt - vernetzt ist. 

Jetzt kommt die zweite Expansions-Welle: Net-Surfer ohne Computer. 

 Dafür sorgen nicht nur die Medien selbst, die immer mehr dazu übergehen, email Adressen und sog. Webseiten zur zusätzlichen Information ihrer Kunden anzubieten. Jetzt stieg auch die Branche der Unterhaltungselektronik ein. Eines der am meisten verkauften Weihnachtsgeschenke der 1996er Saison in den USA war das gerade neu auf den Markt gekommene WebTV, ein Zusatzgerät für's heimische Fernsehen, das den Internets-Anschluß so vereinfacht, daß selbst Leute, für die die Programmierung eines Videorekorders unmöglich ist, mit dem Gerät auf Anhieb zurechtkommen. 

Einstecken genügt, und das Gerät sucht über eingebaute "Intelligenz" den nächsten Service-Anbieter, stellt die Verbindung her, richtet email ein und ist sofort für das "Web-Surfen" bereit. Damit werden erstmal Verbraucher-Schichten angesprochen, die vor einem Computer zurückschrecken oder die nie den Bedarf für Technologie hatten und haben werden, die aber, weil sie überall und jeden Tag mehr mit dem Medium Internet konfrontiert werden, nicht länger außenstehen wollen. 

Ähnliche Produkte sind in der Mache oder kurz vor der Fertigstellung. Sony und Philips sind die beiden Großen, die sich noch vor der Vorstellung des WebTV Lizenzen gesichert haben, und die derzeit dabei sind, Infrastruktur in europäischen und asiatischen Ländern zu installieren, so daß WebTV auch über kurz "hier" zur Realität wird. 

Über die Zahl der Internet-Anwender läßt sich streiten, insbesondere weil jede Veröffentlichung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits veraltet ist, eben dank der rasanten Zuwachsraten. Schätzungen, Statistiken und andere Reports im Dez. 96 veröffentlicht kommen zu Zahlen zwischen 25 und 50 Millionen Anwendern, bei einer Zahl von mehr als 500,000 sog. Web-Sites, das heißt Firmen, Organisationen und Institutionen, die Sammlungen von Web-Seiten auf dem Internet haben. Hinzu kommen die privaten und oft genauso interessanten Seiten ungezählter Privatbürger, die altruistisch und mühsam zu allen nur denkbaren Sach- und Fachbereichen Informationen zusammenstellen. 

Die wahrscheinlich besten Quellen [weil sie oft genug aktualisiert werden] für demografische Informationen [in englischer Sprache] sind heute wohl: 

Cyberatlas: Cyberatlas wertet ständig alle öffentlich verfügbaren Studien zum Thema aus und erarbeitet eine laufende Zusammenfassung. Hypertext-Links zu den Untersuchungen, die man verwertet, helfen Ihnen, sich ein eigenes Bild zu machen. 

Cyberatlas wurde Anfang Juni von I/PRO übernommen. Die Presseerklärung versprach eine stärkere Integrierung der I/PRO und Cyberatlas-Seiten. Am 26.6.97 verschwand die Cyberatlas-Site spurlos, der Domain Name existiert zwar noch, wurde von der Internic jedoch im DNS gesperrt. 

GVU Web Survey: Eine alle sechs Monate von Georgia Tech's Graphics, Visualization and Usability [GVU] Programm durchgeführte Studie, bei der Web-Anwender nach ihren Gewohnheiten und Bedürfnissen befragt werden. 

Matrix Information Directory Services: MIDS führt ständige Internet Umfragen durch und veröffentlicht die Ergebnisse in regelmäßigen Reports. MIDS scheint der Frage, wieviele Menschen das Internet wirklich benutzen, besondere Aufmerksamkeit zu widmen. 

Nielsen: Nielsen hat sich, wie Sie vielleicht wissen, bei der Analyse der traditionellen Medien verdient gemacht und ist auf diesem Sektor eines der ältesten und führenden Unternehmen der Welt. Nielsen strebt an, die gleiche Position bei elektronischen Medien einzunehmen. 

Die in diesen Statistiken genannten Zahlen verleiten manchen Unternehmer dazu, sich plötzlich ins Paradies versetzt zu fühlen, denn alle diese Menschen können Sie, nahezu oder oft völlig kostenlos, mit Ihrer Werbebotschaft erreichen. Und seitdem wichtige transkontinentale und nationale Kabelverbindungen über Fiberoptik laufen, oftmals im wahrsten Sinne des Wortes mit Lichtgeschwindigkeit. 

Bevor Sie ihren Bleistift spitzen und die erzielbaren Umsätze kalkulieren, sollten Sie ein paar Dinge wissen, die sie vor Katastrophen bewahren. 

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