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Webhistory II
 
 
Millionen potentieller Kunden, und wie man sie verärgert.
 
 Zu allererst kommt der Anwender-Nutzen. 

Wer sich ob dieser rasanten Entwicklung die Hände reibt, vergißt, daß das Internet so schnell wuchs - und heute wächst - weil es in aller erster Linie das Finden von Information ermöglicht. Die Art der Information, die über das Internet gefunden wird, unterliegt dabei einem genauso rapiden Wandel wie das Wachstum der Anwender. Als das ARPAnet aus den Windeln war, diente das Internet hauptsächlich der Verbreitung von wissenschaftlicher Information, von Daten und Fakten, von Algorithmen und ganzen Computer-Programmen in Quellform. Nach der Erfindung von NNTP, dem Net News Transport Protocol [1986] explodierte der Austausch der bis dato etwas unbeholfen verbreiteten "Usenet News" und der Austausch von Meinung, Gerüchten, Hilfegesuchen und literater und illiterater Prosa derart, daß das Verhältnis zwischen nutzvoller und wertloser Information leiden mußte, je mehr "Neulinge" hinzukamen. Nach der Software, den erstklassigen Problemlösungen und den oft bahnbrechenden Algorithmen, die über verschiedene Quellcode-Gruppen verbreitet wurden, kamen Shareware-Autoren hinzu, und die Anwender von DOS, Windows, MacOS und anderen Betriebssystemen lernten den Nutzen des "Nets" und einer email-Verbindung schätzen. Als kommerzielle Unternehmen 1995 aufs Net kamen, erkannten helle Köpfe sofort, daß das Internet Kundendienst-Probleme und Kosten drastisch zusammenstreichen konnte, zum Nutzen der Firma, die Kosten und Mitarbeiterzeit spart, und zum Nutzen des Anwenders, der neue Treiber, ausführliche Antworten auf oft gestellte Fragen, aktualisierte Software und alles, was das Leben einfacher macht, über das Web herunterladen konnte, und zwar "presto", statt das Unternehmen von seiner eigentlichen Aufgabe abzuhalten. Hierin begründet sich die Internet-"Kultur", die erwartet, daß man auf jeder Web-Site etwas kostenloses und gleichzeitig nützliches erhält. Die oberste Regel des Webmeisters, der Besucher auf seine "Site" lotsen will, muß deshalb heißen:  "Kein Nutzen für den Anwender, keine Anwender". Trotzdem eignet sich das Web hervorragend zum Verkauf aller möglichen Produkte - wenn Sie's richtig machen. Dabei kommt es weniger auf das Produkt oder die Dienstleistung, Ihre Zielgruppe oder die Hard- und Software, die Sie anwenden, an, sondern hauptsächlich auf die Art, wie Sie Besucher anziehen und Ihr Angebot erstrebenswert machen. 

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